Nutzung von Sekundärdaten zur Bewertung des berufsspezifischen Risikos bei ausgewählten Erkrankungen

Projekt-Nr. UVT BGN001

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die Auswertung von Arbeitsunfähigkeits-Daten (AU)-Daten der gesetzlichen Krankenversicherung ermöglicht eine differenzierte Einschätzung der Belastung durch Arbeitsbedingungen in verschiedenen Berufsgruppen und Gewerbezweigen (GWZ). Ziel der Analyse ist es, anhand zentraler AU‑Indikatoren – Fälle je 100 Versicherte, AU‑Tage insgesamt und AU‑Tage je Fall – das Ausmaß und die Struktur krankheitsbedingter Arbeitsausfälle systematisch zu erfassen. Die Kombination dieser Kennzahlen erlaubt es, sowohl die Häufigkeit als auch die Schwere von AU‑Ereignissen zwischen Berufen und Branchen zu vergleichen und Belastungsschwerpunkte präzise zu identifizieren. Zusätzlich wird untersucht, inwieweit Geschlecht und Altersgruppen die beobachteten Muster beeinflussen und ob sich signifikante Unterschiede in der AU‑Belastung ergeben. Die Ergebnisse liefern eine empirische Grundlage, um arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken genauer zu quantifizieren, zielgerichtete Präventionsstrategien abzuleiten und die epidemiologische Bewertung von Berufskrankheiten weiterzuentwickeln.

Aktivitäten/Methoden:

Die AU‑Daten wurden von einer gesetzlichen Krankenkasse bereitgestellt und für die Analyse aufbereitet. Die Auswertung erfolgt explorativ und basiert auf zentralen AU‑Indikatoren wie Fällen je 100 Versicherte, der Gesamtzahl der AU‑Tage sowie den AU‑Tagen je Fall. Diese Kennzahlen ermöglichen eine differenzierte Betrachtung sowohl der Häufigkeit als auch der Schwere krankheitsbedingter Ausfälle in verschiedenen Berufsgruppen und Gewerbezweigen.

Methodisch wurde geprüft, in welchem Umfang AU‑Daten Rückschlüsse auf arbeitsbedingte gesundheitliche Belastungen zulassen und welche Grenzen bei ihrer Interpretation bestehen. Ein besonderer Fokus lag darauf, ob und in welchem Rahmen Vergleiche zwischen AU‑Mustern und anerkannten Berufskrankheiten (BK) möglich sind. Während AU‑Daten die allgemeine Morbiditätsbelastung innerhalb von Berufsgruppen abbilden, erfassen BK‑Statistiken ausschließlich anerkannte Fälle mit gesichertem beruflichem Zusammenhang. Beide Datenquellen liefern somit komplementäre, jedoch nur eingeschränkt direkt vergleichbare epidemiologische Informationen.

Die Analyse umfasst deskriptive Auswertungen, Vergleiche zwischen Berufsgruppen sowie geschlechts‑ und altersspezifische Betrachtungen, um Muster und Belastungsschwerpunkte zu identifizieren.

Stand:

27.05.2026

Projekt

Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Arbeitsmedizinische Vorsorge, Berufskrankheit, Epidemiologie

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Sekundärdaten, Arbeitsunfähigkeit