Überwachung und Steuerung von Maschinen und Anlagen mit und ohne Teleoperation

Projekt-Nr. IFA 5186

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die Überwachung und Steuerung von Maschinen und Anlagen ohne Direktsicht aus der Ferne – kurz: Teleoperation – wird in Arbeitsbereichen wie beispielsweise der Intralogistik, dem Bauwesen und der Produktion erprobt, eingeführt oder angewendet. Teleoperationssysteme vereinen dabei Digitalisierung mit neuen Technologien und zielen auf steigende Automatisierung und Produktivität. Diese Form der Automatisierung beeinflusst die Mensch-System-Interaktion, die Aufgaben der Beschäftigten und die Bedingungen zu ihrer Bearbeitung. Bisher wird das Geschehen an einer Maschine direkt und ohne Verzögerung von den Beschäftigten visuell, auditiv oder haptisch wahrgenommen. Teleoperation vermittelt den Beschäftigten das entfernte Geschehen mit ausgewählten Informationen und indirekt über Anzeigen und Stellteile. Bisher wechseln Beschäftigte räumlich von einem zum anderen Ort des Geschehens zur Überwachung und Steuerung. Teleoperation schaltet direkt am selben Steuerstand auf eine andere Maschine oder Anlage um.

Steigende Automatisierung durch Teleoperation bezieht sich insbesondere auf ein breites Spektrum von Gestaltungsaspekten, die psychisch auf die Beschäftigten einwirken, und für die Anforderungen aus Human Factors und Ergonomie zu berücksichtigen sind. Daher beauftragt die Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) mit der Durchführung einer Feldstudie zur psychischen Belastung bei Teleoperation von Maschinen und Anlagen. Dadurch sollen mögliche Gefährdungen und Präventionsmaßnahmen ermittelt sowie Best-Practice und Empfehlungen für eine gesunde und sichere Teleoperation abgeleitet werden.

Aktivitäten/Methoden:

In ausgewählten Arbeitsbereichen von Kransystemen der Intralogistik können vergleichbare Arbeitsprozesse, jeweils ohne und mit Teleoperation, untersucht werden. Eine Erfassung der psychischen Belastung orientiert sich an internationalen Standards und zielt darauf ab, Empfehlungen zur Gestaltung von Aufgaben, Interaktionen und Arbeitsbedingungen teleoperierter Überwachung und Steuerung abzuleiten. Als Methoden zur Ermittlung der psychischen Belastung werden Beobachtungs-, Blickbewegungs-, Interview- und Dokumentenstudien eingesetzt.

Beobachtungsstudien dienen der Analyse von Arbeitsaufgaben der Beschäftigten in Arbeitsbereichen mit und ohne Teleoperation. Dabei werden auch Bedingungen zur Aufgabenbearbeitung wie beispielsweise Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung einbezogen, analysiert und dokumentiert. Blickbewegungsstudien beziehen sich auf den Ablauf der Aufgabenbearbeitung, die visuelle Wahrnehmung von Informationen und die Umsetzung in Handlungen zur Überwachung und Steuerung. Interviewstudien ergänzen die Analysen und beziehen auch die Arbeitsorganisation im jeweiligen Arbeitsbereich ein. Dokumentenanalysen erläutern Aufgabenprozesse und Funktionen bezogen auf Anzeigen und Stellteile und vervollständigen die Studie.

Stand:

11.05.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)
Branche(n):

Großhandel

Gefährdungsart(en):

Gestaltung von Arbeit und Technik, Psychische Fehlbelastungen, Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Neue Technologien, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Psychische Beanspruchung/Belastung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Teleoperation, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Human Factors, psychische Belastung, Arbeitssystemgestaltung, Eyetracking, Feldstudie, Intralogistik

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