Erreger, Entstehung und Verbreitung

Stand: 24. September 2020

  • Entstehung und Verbreitung

    Von China ausgehend hat sich das neue Coronavirus SARS-CoV-2 weltweit verbreitet. Die Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei war dabei Zentrum des Ausbruchs. Die damit einhergehende Erkrankung wird Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) genannt. Das Virus SARS-CoV-2 hat sich in der kurzen Zeit nach seiner erstmaligen Entdeckung im Dezember 2019 sehr effizient insbesondere durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch Aerosolinfektion von Mensch zu Mensch ausgebreitet.

  • Erreger

    Coronaviren (CoV) können beim Menschen Krankheiten verursachen, die von leichteren Erkältungskrankheiten bis hin zu schwereren Krankheiten wie Middle East Respiratory Syndrome (MERS) und Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) reichen. Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein neues Virus, das bisher beim Menschen nicht nachgewiesen wurde.

    Der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) hat das Virus SARS-CoV-2 vorläufig in die Risikogruppe 3 eingestuft. Die Begründung für diese Einstufung sowie Empfehlungen zur Labordiagnostik finden Sie hier.

  • Symptome und Diagnostik

    Die Krankheitsverläufe variieren stark, sie reichen von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen und Tod. Die mittlere Inkubationszeit, also die "typische" Zeitspanne zwischen Infektion und dem Auftreten von Erkrankungssymptomen, beträgt 5 bis 6 Tage (das 95-Perzentil der Inkubationszeit liegt bei 10 bis 14 Tagen). Die Zeitspanne der Infektiosität beträgt bei milden bis moderaten Verläufen etwa 10 Tage nach Symptombeginn, bei schwereren (hospitalisierten) Verläufen bis zu 15 Tage, in seltenen Fällen bis zu 20 Tage nach Symptombeginn. Eine hohe Infektiosität ist bereits ca. 1 bis 2 Tage vor dem Symptombeginn möglich, damit können infizierte Personen bereits vor dem Auftreten von Symptomen andere Personen infizieren.

    Die meisten Infektionen (ca. 80 %) verlaufen asymptomatisch oder mild. Im Verlauf der Erkrankung sind dann die häufigsten Symptome (trockener) Husten, Fieber und Schnupfen. Weitere Leitsymptome sind Beeinträchtigungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Hinzu kommen manchmal allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

    Bei etwa 20 % der Fälle, insbesondere bei älteren Personen, Personen mit Vorerkrankungen (u.a. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas) oder Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, kann die Erkrankung einen schwereren Verlauf nehmen. In diesen Fällen tritt dann eine in der Regel beidseitige Lungenentzündung mit hohem Fieber, Atemnot bis hin zu Lungenversagen, in seltenen Fällen eine Sepsis auf. In Deutschland liegt der Fall-Verstorbenen-Anteil aktuell bei 3,8 %.

    Eine ärztliche Abklärung einer COVID-19 Erkrankung erfolgt mittels eines labordiagnostischen Tests (in der Regel PCR-Test). Derzeit werden in Deutschland ca. 1 Million PCR-Tests pro Tag durchgeführt.

  • Ausbreitung

    Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Lungenentzündungen in Wuhan informiert. Die chinesischen Behörden haben am 7. Januar 2020 das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 als Ursache der Erkrankung identifiziert.

    Die WHO hat am 11. März 2020 das Infektionsgeschehen als "pandemisch" charakterisiert.

    In der ersten Phase war China am stärksten betroffen, es folgten dann als "Hotspots" Europa, die Vereinigten Staaten von Amerika, Südamerika und schließlich Indien.

    Die Fallzahlen der SARS-CoV-2 Infektionen steigen weiterhin weltweit an, einen guten Überblick gibt die Johns-Hopkins-Universität mit ihrem COVID-19 Dashboard.

    Eine Reihe von Ländern, z.B. Iran, Israel oder auch einige europäische Länder wie z.B. Spanien, Frankreich, Niederlande befinden sich derzeit in einer 2. Infektionswelle.

  • Lage in Deutschland

    Einen guten Überblick über die Lage in Deutschland geben die täglichen Lageberichte des Robert-Koch-Instituts zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) sowie das COVID-19-Dashboard.

    Die ersten Erkrankungsfälle traten in Deutschland im Januar 2020 auf. Die 1. Erkrankungswelle (mit bis zu ca. 6000 gemeldeten Fälle / Tag an täglichen Neuerkrankungen) hatte ihren Höhepunkt Mitte März 2020 und flachte Mitte Mai 2020 aufgrund von "Lockdown" - und eingeleiteten Hygiene- und Schutzmaßnahmen (AHA-Regel), in ein insgesamt niedriges Niveau ab. Seit Anfang Juli 2020 steigen die gemeldeten Fälle wieder kontinuierlich an.

    Der Anteil der Verstorbenen unter allen laborbestätigen COVID-19-Fällen liegt aktuell bei 1 %. Damit hat er im Vergleich zum Höchststand Mitte April, mit einem Anteil von 7 %, deutlich abgenommen. Die Gründe hierfür können beispielsweise sein, dass aktuell eher jüngere Menschen, mit altersbedingt einer besseren Krankheitsprognose, erkranken und außerdem erheblich mehr getestet wird und damit auch mildere Fälle erkannt werden.

    Nach der aktuellen Risikobewertung des Robert Koch-Instituts zu COVID-19 handelt es sich nach wie vor weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen weiterhin vor. Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch, für Risikogruppen als sehr hoch eingeschätzt.

    Das Infektionsgeschehen ist weiterhin regional unterschiedlich. Die höchsten Inzidenzen (Fälle pro 100000 Einwohner) wurden aus Bayern (500), Baden-Württemberg (428), Hamburg (393) und Nordrhein-Westfalen (367) gemeldet (Stand 24.09.2020).

    Der Altersmedian gemeldeter COVID-19-Fälle liegt bei 45 Jahren, bei den gemeldeten Todesfällen bei 82 Jahren. Von den Todesfällen waren 85 % Personen 70 Jahre und älter, lediglich 2 Personen waren unter 20 Jahre alt.

    Das Infektionsgeschehen lässt sich derzeit häufig mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis oder mit Reiserückkehrern in Verbindung bringen.

  • Angeordnete Maßnahmen